Im Olympischen Sport-Club Berlin

OSC-Rollstuhlfechter Holger Kratzat erfolgreich bei den Deutschen Meisterschaften 30./31.05.2015 in Greifswald

Rolli

Greifswald : 30.-31. Mai 2015 ein persönlicher Erfahrungsbericht

Es war einmal …
Als ich nach Pfingsten und meiner Italienreise zum world integrations sport day wieder zum Training kam fragte mich mein Trainer ob ich am Wochenende schon etwas vorhabe denn ich solle zu den Deutschen Rollstuhlfechtmeisterschaften in Greifswald fahren. Ich staunte nicht schlecht und sagte das ich doch noch Anfänger sei da ich ja erst Zwei Jahre trainiere aber er sagte ich bräuchte Turniererfahrung und ich sollte da hinfahren. Nach dem Training fuhr ich also nach Hause und rief die Telefonnummer an die mir gegeben wurde und ich wurde schnell noch zum Turnier eingetragen, packte meinen Fechtrucksack und bereitete mich für den nächsten Tag auf die Fahrt vor. Abends um 20 Uhr angekommen traf ich pünktlich zur Versammlung des DRS in Greifswald ein und lernte dort die anderen Rollstuhlfechter und Organisatoren des DRS kennen und die Versammlung war erst nach 4 Stunden zu Ende und nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf trafen wir uns alle morgens um 8 in der Turnhalle von Greifswald die mit Fahnen der Bundesländer und einer Tribüne für die Finalen Kämpfe geschmückt war welches mich schon etwas beeindruckte da ich ja noch nie an einer Meisterschaft teilgenommen hatte.
Die Kämpfer wurden mit Ihren Rollstühlen auf die Plattformen geschnallt und die Gefechte begannen am Degen welchen ich aber nie trainiert habe und ein dicker Kloß bildete sich in meinem Hals da ich mich vor einer nahenden Blamage fürchtete.
Ich hatte ja auch keinen eigenen Degen dabei und musste mir von der einen Kämpferin einen leihen und dieser hatte am Griff keinen Knauf und es war schon merkwürdig ihn in der Hand zu halten als ich zu meinem ersten Gefecht gerufen wurde. Mein erster Gegner war der Junioren- Meister im Degen und es kam wie es kommen musste, ich verlor in Weltrekordverdächtigen 20 Sekunden mit 0:5!
Etwas demoralisiert trat ich dann zu meinem zweiten Kampf an und diesen musste ich gegen den amtierenden Meister der Gruppe A abhalten und wieder verlor ich haushoch!
Ich nahm es gelassen und dachte mir es sei egal, morgen wird mit Florett gekämpft und da werde ich bestimmt besser sein. Aber das Turnier war ja grade erst am Anfang und meine folgenden Gegner waren keine Meister und so schlug ich mich mit denen herum und gewann die folgenden Kämpfe und fasste etwas Mut. Nach einigen Stunden hieß es dann ich solle zum Ausscheidungskampf antreten und dachte mir na toll, jetzt bin ich ausgeschieden und der letzte Kampf dient wohl nur dazu das ich alle Gegner durch habe und danach kann ich gehen und so focht ich etwas unmutig und verlor 15:13…als ich den Kampf beendet hatte kam ein Offizieller und gratulierte mir was ich nicht verstand, dachte ich doch ich sei ausgeschieden aber ich hatte mir den dritten Platz erkämpft und staunte nicht schlecht als der Offizielle mir dies sagte.
Den Hauptkampf um Gold und Silber der auf dem Podest ausgetragen wurde verfolgte ich mit großem Interesse und es war toll anzusehen wie die beiden Finalisten einen großartigen Kampf lieferten. Nach 12 Stunden war der erste Wettkampftag dann zu Ende und etwas angeschlagen verließen wir alle die Halle, wohl wissend das es am nächsten Tag mit dem Florett weiterging und mit den Worten morgen will ich da oben kämpfen ging auch ich und bereitete mich auf den folgenden Tag vor. Abends trafen sich alle im Restaurant bei einem guten Essen und es wurde fröhlich gefeiert…nur ich war nur kurz dabei, aß etwas und ging ins Bett weil ich mich auf den nächsten Tag konzentrieren wollte um fit zu sein da ich mir ja beim Florett mehr versprach als nur Bronze.
Nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen trafen wir uns alle wieder in der Halle und der Wettkampf begann. Diesmal lief es besser und bei meinen Gefechten mit den Meistern konnte ich dann aber ein paar Treffer setzen und sie hatten es nicht mehr so leicht mich zu besiegen auch wenn sie es dann taten. Aber all meine folgenden Kämpfe gewann ich und Qualifizierte mich damit zum Kampf um Gold und Silber und voller Stolz und mit hoher Erwartung trat ich nach ein paar Stunden dann zum Hauptkampf gegen meinen Gegner Balwinder Cheema an der mich am Tag vorher am Degen 5:4 besiegt hatte ich ihn aber Im Florett mit 5:4 und ich freute mich auf diesen Kampf und wollte alles geben. Nach kurzer Zeit lag ich aber 0:3 hinten und fing an mir Gedanken über meinen Kampfstil zu machen und nahm mir vor jetzt endlich mal loszulegen und das tat ich dann auch. Ich holte auf und kurze Zeit später lag ich vorne und bei 11:7 für mich ging es in die Pause. Nach der Pause fing ich wieder schlecht an und mein Gegner holte auf und irgendwann stand es 13:13.Da erinnerte ich mich an die Worte meines Trainers als er mal sagte, wenn du mich treffen kannst, kannst du jeden treffen und ich nahm mir vor dies zu tun da ich mich ja nicht blamieren wollte und setzte die letzten 2 Treffer sauber auf die Brust und in die Flanke und war nach diesem, meinem härtesten Kampf aller Zeiten Deutscher Meister am Florett und nahm später mit Freuden die Goldmedaille entgegen und etwas fertig aber glücklich versammelten sich alle Kämpfer mit ihren Trophäen und Urkunden zu einem Gruppenfoto auf dem Podest und unter dem Beifall der Zuschauer standen wir alle da und freuten uns des Fechtens 😉
Abschließend möchte ich noch erwähnen das es mir eine Freude war an der Meisterschaft teilgenommen haben zu dürfen und ich bedanke mich bei allen Mitgliedern vom DRS für ihre Freundlichkeit und das sie mich so offenherzig angenommen haben!!!

 

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Impressionen Fechttraining